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Notenbanken normalisieren Geldpolitik
Notenbanken beginnen mit Liquiditätsabbau
Die Europäische Zentralbank (EZB) und die Federal Reserve (Fed) haben ihre "Exit"-Strategie zum langsamen Liquiditätsabbau bereits formuliert. Ziel ist es, die Geldmittelversorgung schrittweise einzudämmen, nachdem sich die Situation in der Finanzwelt wieder gebessert hat. Geplant ist eine Verkürzung der Laufzeiten von Krediten an die Geschäftsbanken. "Früher oder später sollte der Großteil des ausstehenden Volumens wieder über die Hauptrefinanzierungsgeschäfte vergeben werden. Das bedeutet Laufzeiten von einer Woche, wie es vor der Krise üblich war", so RZB-Chefanalyst Peter Brezinschek. Leitzinsanhebungen stellen aus Sicht der RZB-Analysten erst den letzten Schritt aus der erweiterten Geldpolitik dar. Sie werden im ersten Halbjahr nicht auf dem Plan stehen, sondern erst im Verlauf der zweiten Jahreshälfte einsetzen.

Euroschwäche setzt sich im ersten Quartal fort
Die jüngste Euro-Schwäche sollte sich im ersten Quartal 2010 fortsetzen. Der US-Arbeitsmarkt hingegen verbessert sich und es kommt zu einem vorübergehenden ölpreisbedingten Inflationsanstieg. Dies könnte diese Zinserwartungen im ersten Quartal 2010 trotz bereits sinkender US-Vorlaufindikatoren noch erhöhen. Die Rückführung der großen Kreditaufnahmen in US-Dollar ("Carry Trades") und auch Ratingänderungen in der Eurozone könnten den Devisenmarkt beeinflussen. All diese Faktoren würden den Euro gegenüber dem US-Dollar-Kurs zwischenzeitig noch weiter unter Abwärtsdruck bringen.

Brezinschek erwartet den Beginn von US-Zinsanhebungen gegen Ende 2010 und rechnet deshalb für diesen Zeitraum deshalb mit einem weiteren Rückgang des Euro zum US-Dollar-Kurs, der je nach Tempo der US-Zinsanhebungen anschließend die Marke 1,40 auch deutlich unterschreiten dürfte.

Zinsen bleiben niedrig
Bis weit ins Frühjahr dürften die Geld- und Kapitalmarktsätze in den USA und der Eurozone auf niedrigem Niveau verharren. Erst die Erwartung von Zinsanhebungen und höhere Risikoprämien für Staatspapiere werden im zweiten Halbjahr zu höheren Renditen quer über die Laufzeiten führen. Die extrem steile Zinskurve und die gedämpfte Inflation bremsen jedoch den Anstieg.

Stimmung auf den Aktienmärkten trübt sich ein
Vieles deutet darauf hin, dass sich der US-Aktienmarkt vor dem Übergang von einer liquiditätsgetriebenen zu einer gewinngetriebenen Rallye befindet. "Die konjunkturelle Grundstimmung wird im neuen Jahr tendenziell trübe. Das wird die Märkte noch einmal enttäuschen. Der weitere Jahresverlauf verspricht allerdings durchaus wieder ein versöhnliches Ende", betont man seitens der Posojilnica-Bank Ludmannsdorf-Keutschach-Schiefling. Einen ähnlichen Verlauf werden auch die Aktienmärkte in der Eurozone nehmen. Unsere Experten empfehlen, US-Aktien sowie Aktienmärkte in der Eurozone im ersten Quartal zu verkaufen.


Foto: Raiffeisen
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