Der Haupttrend für die Kapitalmärkte bleibt in den kommenden Monaten positiv. Raiffeisen Capital Management empfiehlt daher, Positionen bei riskanten Assets schrittweise aufzubauen oder zu erhöhen. Allerdings bedarf es mittelfristig harter Fakten, um den Aufwärtstrend aufrecht zu erhalten: Echtes Wachstum, denn eine Verlangsamung des Schrumpfungsprozesses wird auf Dauer nicht ausreichen. Eben dieser Aspekt birgt Rückschlagpotenzial, da Enttäuschungen auch bei den kommenden Zahlenveröffentlichungen nicht ausbleiben werden.
Konjunkturelle Finsternis hellt auf.
Die Weltwirtschaft ist gerade dabei, sich aus der schwersten Rezession der vergangenen Jahrzehnte „hochzurappeln“: Die stärksten Rückschläge liegen hinter uns, die Tiefstände im aktuellen Zyklus wurden zu Jahresende 2008 und im ersten Quartal 2009 verzeichnet. Das reale BIP-Wachstum 2009 beträgt -3,8 % im Euroraum und -2,5 % in den USA.
Während die Vorlaufindikatoren bereits gedreht haben, wird der Arbeitsmarkt als stark nachlaufender Teil der Konjunktur weiter schwach bleiben. Gepaart mit eine niedrigen Kapazitätsauslastung ist daher davon auszugehen, dass Inflation bis auf weiteres kein Thema wird – es sei denn, die Rohstoffe setzen ihren Anstieg spekulativ getrieben fort. Die Inflation beträgt 2009 in der Eurozone 0,4 % und in den USA 1,0 %.
Mit weiteren Zinssenkungen ist nicht zu rechnen, erste Zinsschritte nach oben werden frühestens im Verlauf des Jahres 2010 anstehen. Der Entschuldungsprozess wird in den kommenden Jahren noch anhalten. Die problematische Mischung aus Schuldenaufbau, Immobilenblase und Bankenkrise wird auch in den kommenden Jahren nachwirken und noch längere Zeit in Form von unterdurchschnittlichen Wachstumsraten spürbar sein.
Längerfristig steht aber eine Normalisierung der Budgets und der Geldpolitik an, wobei der Abbau der Fiskaldefizite Wachstum kosten wird. Belastend wirken werden weiters die Rückführung der quantitativen Lockerung sowie der Leitzinsen.
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